Mittwoch, 27. Juli 2016

[Bloggerecho #6] HildCo versinkt im Sommerloch

Unser CEO zieht die Reißleine bevor es die Piloten tun und schickt HildCo in Stasis. Die beste deutsche Corporation im Fraktionskrieg versinkt also im Sommerloch. Und plötzlich ging alles so schnell.
Die HildCo-Fregattenflotten von Xhen. (Fast) Immer mit dabei: Micky mit seinem Kommandozerstörer
Es ist noch gar nicht so lang eher, da habe ich mir unter der Überschrift "Was mache ich eigentlich noch im Factional Warfare?" darüber Gedanken gemacht, was mich denn überhaupt noch im Fraktionskrieg in der Spur hält. Die Antwort war klar: Jede Menge coole Leute, viel Content in Form von Flotten, anständige Verdienstmöglichkeiten, und so weiter.

Das jetzt ausgerechnet HildCo am Sommerloch scheitert, hat mich arg überrascht. Immerhin hat sich Bischof, unserer CEO, selbst in seinen Beiträgen "Wenn Inaktive die Corp zerstören" und "Das drecks Sommerloch [...]" über das Thema ausgelassen. Uns sah ich dabei nie angesprochen...

Die Hintergründe
Unsere Corpführung selbst ist mit überschüssiger Freizeit nicht gerade gestraft und am Rande der Inaktivität. Nachfolger haben sich keine gefunden. Dazu kommt eine Schwäche beim Rekrutieren und die große Depression durch das Sommerloch.

Damit die Corp nicht langsam vor sich hinstirbt, wurde entschlossen keine neuen Spieler mehr auszunehmen und die Corp in Stasis zu schicken. Auf das die Zukunft HildCo wieder reaktiviert.

Die Heuschrecken und das sinkende Schiff
Viele Piloten sind bereits weg und der Corpchat bietet eine gespenstige Stille und Einsamkeit. Wenn ich selbst nicht gerade Sommerloch feiern würde, wäre ich wohl auch schon gegangen. Aber wohin bloß...

[Bloggerecho #6] Das verdammte Sommerloch
Eigentlich war ich immer ein Freund des EVE Sommers. Brüllende Hitze verleidet einem alles außerhalb der Wohnung und EVE bietet sich geradezu an, New Eden zu entdecken. Allerdings ist dabei eher der Wunsch Vater des Gedanken. Denn wer mal genau hinsieht merkt schnell, dass zumindest mein Blog eine alljährliche Form des Sommerlochs aufweist. Ich schreibe halt in den Sommermonaten tendentiell weniger.

Dieses Jahr schlägt bei mir die Stasis von HildCo zu und ein Trend durch die Gegend zu laufen und rot-weiße Bälle auf meinem Smartphone umher zu werfen... Möge es doch mal vorbei sein, dieses Sommerloch!

Freitag, 15. Juli 2016

Fitting des Monats - Hecate für Level 4 Missionen im Factional Warfare

Früher war man für das Level 4 Mission Running im Gallente Fraktionskrieg noch auf die Ishtar samt MWD-Cloak-Trick angewiesen. Mit der Hecate ist nicht nur das Reisen einfacher, man schafft auch viele Missionen alleine.
Im Team FW Missionen fliegen macht einfach richtig Laune!
Das heutige Fitting dient dem Level 4 Mission Running für die Federal Defense Union im LowSec. Um diese überhaupt fliegen zu können, müsst ihr Mitglied der Gallente Miliz sein.

Hinweis: Ich gebe meine Fittings immer so an, dass ihr sie in eurem "Fitting Management" importieren könnt. Dazu einfach das Fitting hier kopieren (Strg+C) und ingame über "Import from Clipboard" einfügen. Den Fitting Manager findet ihr indem ihr Alt+F drückt und dann auf "browse" klickt.

[Hecate, Gramek.blogspot.com]
Armor Kinetic Hardener II
Coreli C-Type Small Armor Repairer
Reactive Armor Hardener
Armor Thermal Hardener II

Small Capacitor Booster II
F-90 Compact Sensor Booster
5MN Y-T8 Compact Microwarpdrive
1MN Y-S8 Compact Afterburner

Light Ion Blaster II
Light Ion Blaster II
Light Ion Blaster II
Light Ion Blaster II
Light Ion Blaster II

Small Anti-Thermal Pump II
Small Anti-Kinetic Pump II
Small Anti-Thermal Pump II

Void S x16800
Navy Cap Booster 400 x34

Laut EVE-Praisal bekommt ihr das Fitting für etwa 98 Mio. ISK in Jita. Nehmt das ECCM-Skript mit! Ihr schafft fast alle Missionen alleine. Die einzigen Ausnahmen bilden: The Repraisal, Uproot, Cutting the Net und Halt the Invasion. DPS und Geschwindigkeit sind bei diesem Fitting nicht primär von Bedeutung. Ihr schafft eure Missionen, wenn ihr ein paar Grundregeln beachtet.

Die Wahl des richtigen Modus' entscheidet
Beim Fliegen von System zu System müsst ihr immer im Propulsion-Modus sein, damit ihr nicht Opfer irgendwelcher Gatecamps werdet. In den jeweiligen Missionen empfehle ich euch zu Beginn im Propulsion-Modus ranzufliegen und dann in den Sharpshooter-Modus oder, wenn der einkommende Schaden zu groß wird, in den Defense-Modus zu wechseln. Denkt immer schön an euer ECCM-Modul.
Theoretisch wäre es auch möglich, dass euch ein Smartbomber abfängt. Das ist mir weder jemals passiert noch habe ich davon gehört. Allerdings könnt ihr den dScan nutzen, um Sprungtore in Reichweite zu überprüfen, eure Armor Hardener im Flug aktivieren und notfalls nicht direkt von Sprungtor zu Sprungtor fliegen. Wenn ihr im Flug einen potentiellen Smartbomber findet, hättet ihr ja noch den Defense-Modus. So tief im LowSec sind Smartbomber allerding alles andere als üblich. Da ist die Runde, in der ihr eure Missionen vorher annehmt, deutlich gefährlicher.

Mikromanagement
Um die Missionen schnell fliegen zu können, braucht ihr ein kleines Bisschen Übung. Anfliegen mit MWD, die letzten Meter mit AB überbrücken und dann im Optimal umkreisen und bloß nicht an irgendwelchen Objekten hängen bleiben. Der Armor Repairer ist generell in der Lage sämtlichen Schaden gegenzureppen. Ihr solltet dennoch darauf achten, ihn nicht unnötig lange laufen zu lassen, da das Fitting extrem caphungrig ist. Ebenso müsst ihr mit euren Cap Boostern haushalten. Ich empfehle euch immer neue zu kaufen, sobald ihr auf eurer Route die Möglichkeit dazu habt.
Parallel müsst ihr immer den dScan im Auge behalten.

Seid vorsichtig, wenn ihr mit der Hecate unterwegs seid. Sie hat nicht viel Puffer und zumindest bei unserer Corpinternen Missionsrunde haben einige Spieler ihre Schiffe an NPCs verloren. Falscher Modus, Cap alle, Repper nicht aktiv - es kann alles sehr schnell gehen.

Montag, 11. Juli 2016

140 Mio ISK/h mit Level 4 Missionen im Gallente Factional Warfare

Der Heilige Gral, Fundament des Wohlstandes vieler Piloten im Fraktionskrieg. Nachdem vor einiger Zeit eine Anleitung für FW Missionen rumging habe ich mich selbst mit meiner Hecate ins Abenteuer gestürzt.
Die Hecate - Das ideale Schiff für Level 4 Missionen im (Gallente) Factional Warfare
Hinweis: Ich beziehe mich auf Level 4 LowSec Missionen für die Federal Defense Union. Um diese fliegen zu können, muss man Mitglied einer Corporation der Gallente Miliz sein.

Was ist so besonders an diesen Missionen?
Alle FW Missionen spielen sich im LowSec ab. Das mag auf den Anfang unglaublich gefährlich wirken, ist es aber (meistens) nicht. Allerdings muss man schon aktiv fliegen und kann nicht, wie bei Missionen im HighSec, brainafk rumsitzen. Der große Vorteil sind die stattlichen LP, die man mit jeder Mission bekommt.

Es gilt einiges zu beachten. Man sollte möglichst nicht am Wochenende oder Abends fliegen, um potentiellen Aggressoren aus dem Weg zu gehen. Vor lästigen Gatecamps seid ihr sicher, wenn ihr stets im Propulsion Modus fliegt. Dann ist die Hecate nämlich so schnell weg, dass niemand sie rechtzeitig aufschalten kann.
Einfluss der Tierstufe der Miliz auf LP-Belohnungen
Noch eine Runde bitte!
Im FW sollte man Missionen in Runden fliegen. Da die einzelnen Missionen weit von einander wegliegen können, klappert man erst in einem schnellen Schiff alle Agenten ab, steigt um und fliegt dann eine Mission nach der anderen ab. Nutzt die Funktion "Route optimieren". Ich habe für die Agentenrunde eine Atron benutzt. Gewiss nicht das schnellste Schiff. Nur hat die Leopard, die ich neulich für diesen Zweck holen wollte, es nie wirklich weit gebracht.

Ihr braucht keine Angst vor schwierigen Missionen haben. Angenommene Missionen laufen ohne Ansehensverlust innerhalb einiger Stunden aus. Also könnt ihr folglich auch Missionen in Systemen mit Störenfrieden einfach überspringen ohne euch um einen Ansehensverlust Sorgen machen zu müssen.

Einnahmen meiner FW Missionsrunde
  • 30,4 Mio Missionbelohnungen
  • 30,9 Mio Zeitboni
  • 22,9 Mio Dog Tags
  • 542,1 Mio durch die LP (1.200 ISK pro LP)
Für das Annehmen meiner Runde aus 15 Missionen habe ich mit meiner besagten Atron 53 Minuten gebraucht. Das Fliegen der Missionen selbst verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle und ich war nach weiteren 3 h 30 min wieder zuhause. Die Missionen konnte ich alle aus der Ferne agbegen. Das macht unterm Strich einen Stundenlohn von 140 Mio ISK/h bei Tier 2. Das nenne ich mal lukrativ. Hätte ich meine Runde bei Tier 3 geflogen, wären das über 200 Mio ISK/h. Die Ambivalenz der Tierstufen ist aber, dass die Marktpreise für Items aus dem LP Store mit höherer Stufe sinken. Angebot und Nachfrage und so. Der einzige kleine Hacken ist, dass man die ganzen LP noch in ISK umwandeln muss.

Denkt immer daran euren Cargo bis zum Rand mit Cap Boostern vollzustopfen. Für eine Runde empfehle ich 20k Schuss Void S. Am besten kauft ihr bei jeder Station auf eurer Rute, an der ihr auch andocken könnt, an und kauft Cap Booster nach.

Wie macht man aus den ganzen LP jetzt ISK?
Wie man LP zu Geld machen kann, habe ich vor Urzeiten ja schonmal angeschnitten. Wer nicht den LP-zu-ISK-Service der eigenen Corp oder Allianz in Anspruch nehmen will, der kommt nicht drum rum, die Umrechnungswerte der einzelnen Items im LP-Shop zu vergleichen, deren Verkaufszahlen, eventuell benötigte zusätzliche Items zum Kauf und den Transport zum nächsten Tradehub. Für Die Federal Defense Union habe ich mir mal sagen lassen, dass man mit Vexor Navy Issues ganz gut fährt. Wer dann noch etwas Geduld hat und seine Waren erst dann auf dem Markt bringt, wenn die Preise mal wieder steigen, kann ein richtig gutes Geschäft machen.

Nachtrag: Fitting für die Level 4 FW Missionen Hecate

Update - 27.07.2016 - Nachtrag ergänzt 

Freitag, 8. Juli 2016

Corpmanagement: Corpstrukturen - Teil 1

Heute widmen wir uns einem echten Mammut-Thema. Ich muss gestehen, dass ich ein ganz klein wenig Schiss davor habe. Es geht darum wie Corps intern strukturiert sind. Da ich selbst nur der Leader einer einzelnen Corp bin, die logischerweise nur eine Corpstruktur hat, habe ich mir hierfür etwas Unterstützung von Gambrini, den Holy Cookies, der Sonnenlegion und den Lords of Entropy geholt.

Ihr glaubt gar nicht, wie lange ich diesen Artikel vor mir her schiebe. Nicht etwa weil ich das Thema nicht interessant finde, sondern weil ich Angst habe, ihm nicht gerecht zu werden. Corpstrukturen sind ganz ganz knifflig. Es fängt schon damit an, dass jeder etwas anderes darunter versteht. Das ist mir ehrlich gesagt erst beim Sammeln der Informationen klar geworden. Dazu kommt, dass ich davon eigentlich nicht wirklich viel Ahnung habe. Also versteht das nicht falsch … ich habe natürlich wie alle anderen auch EVE bereits gewonnen … drei Mal sogar! Aber ich hatte dabei immer die gleiche Corpstruktur genutzt ;-) …

Mit anderen Worten: Ich kann absolut nicht sagen, was es da draußen noch so alles gibt und wie gut es funktioniert. Und da ich mir geschworen habe, in diesem Blog nicht zu spekulieren, brauchte ich etwas Unterstützung aus der Community.

Ich habe also alle möglichen deutschsprachigen Corps angeschrieben und ein paar echt tolle Antworten erhalten.
The Smax von Gambrini, von Cpt. Cean von den Holy Cookies, KidRob von der Sonnenlegion und Magnus Saluton von den Lords of Entropy sind meinem Ruf gefolgt. Ich habe bei der Wahl der Corps versucht aus allen EVE-Bereichen eine deutschsprachige zu erwischen und freue mich über die zum Teil sehr umfangreichen Antworten.

Wie werde ich hier vorgehen?
Zunächst einmal werde ich die Beiträge in der Reihenfolge der Einsendung besprechen. Ich werde nichts zensieren und euch immer die komplette Antwort zur Verfügung stellen (Für den Inhalt der Wahlwerbespots sind die Parteien verantwortlich ;) ). Da manche Beiträge sehr groß geworden sind, kann es sein, dass ich einzelne Passagen hervorhebe und andere in den Anhang packe. Löschen werde ich aber, wie gesagt, nichts. Außerdem muss ich den Beitrag auf Grund der Größe in mehreren Teilen veröffentlichen. Aber keine Sorge … es kommen alle dran.

Die folgenden beiden Corps folgen eine sehr ähnliche Pyramidenstruktur

Gambrini - WH - PVP, PVE
Auf Gambrini bin ich in Island aufmerksam geworden. Ich hatte die große Ehre Baltasar BenBalga beim Frühstück kennen zu lernen. Er hat mir'n paar Sachen über seine Corp erzählt (die ich zu dem Zeitpunkt noch nicht kannte) und dachte mir gleich: Coole Jungs. Die baust du mal in einem Artikel ein. Glücklicherweise hat The Smax (CEO von Gambrini) auf meine Mail geantwortet:

Hallo Bischof!

Wormhole, PvE und PvP zu gleichen Teilen

Gambrini hat eine sehr flache Hierachie. Es gibt mich und meine 4 Direktoren - von denen nur 2 aktiv sind und dann kommen schon die Member und darunter die Trials. Die Trialzeit richtet sich primär nach Aktivität. Mindestens gibt es 3-4 Wochen Probezeit und dann wird eben geschaut, wie akiv die Leute waren.

Die Direktoren haben bei uns keine speziellen Aufgabengebiete, sondern jeder macht alles. Der Verkauf wird durch eine Schwesterncorp organisiert, um nicht alles mit uns in Verbindung bringen zu können. Eine gesunde Paranoia kann in EVE ja nicht schaden.

Kleine Änderungen werden im Leading entschieden und alles was direkte Auswirkungen auf jeden in der Corp hat, wird bei einem Corpmeeting demokratisch entschieden, wobei das Leading natürlich gewisse Ideen im Vorhinein ablehnen kann, was aber sehr selten passiert. Ansonsten sind wir eine sehr gemütliche Corp ohne CTAs oder ähliche Sachen, die eher im 00 omnipresent sind.

Das ist wahrscheinlich nicht so eine kompliziert Struktur wie du sie dir erhofft hast.

Darf ich fragen, wie du auf uns gekommen bist, um das Wurmlochleben zu repräsentieren?

Fly safe
The SMAX

Baltasar BenBalga
Island 2016, Frühstück, guter Mann!
Die ganze Mail spiegelt eigentlich den gesunden Pragmatismus wieder, den man in wohl in einem Wurmloch braucht. Ich habe selbst nie dort gelebt und bekomme ohne Local eh Kammerflimmern. Aber ich kann mir vorstellen, dass man sehr schnell reagieren können muss, wenn z.B. eine fremde Partei in das Heimat-WH einmarschiert. Da hat Demoktratie und Palaver nix verloren. Außerdem bin ich selbst eh kein großer Fan von Regeln und finde Sitte und Anstand sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Das alles spiegelt SMAXs Mail eindeutig wieder. Eine einfache klare Struktur die zielorientiert und schnörkellos funktioniert. Dazu kommt noch das im prä-Zitadellen Zeitalter jemand mit Direktorenrechten wortwörtlich alles Hab und Gut der Member stehlen konnte. Direktorenrechte waren damals also etwas sehr sehr brisantes und es hat absolut Sinn gemacht, die Führungsebene klein zu halten. (Die Antwortmail ist noch aus der Zeit vor den Zitadellen … Jaaa so lange bereite ich das schon vor.)

The SMAX
CEO von Gambrini
Was ist aber der große Nachteil an so etwas. Ganz einfach: Wenn die Direktoren aus irgend einem Grund mal alle Zeitgleich verhindert sind, ist die Corp handlungsunfähig. Das hat noch nicht mal was mit ausbleibendem Recruiting oder so zu tun (wofür man bekanntlich keinen Direktorenstatus braucht) sondern mit POS-Verwaltung, Rechte-Verwaltung und dem Treffen von lebenswichtigen Entscheidungen.

Ich tippe mal 85% der Corps dort draußen haben genau diese Struktur. Und diese Struktur funktioniert genauso lange exzellent, wie mindestens eine Führungskraft aktiv ist. Diese Schwachstelle ist aber kein Todschlagkriterium. Versteht das bitte nicht falsch. Diese Schwachstelle ist verhältnismäßig klein, wenn sich die Corpleitung über sie im Klaren ist. Mit guter Absprache und einem guten Nachfolgemanagement (Inaktive Direktoren austauschen) kann man rechtzeitig vorbeugen. HildCo macht es genauso. ;-)

Holy Cookies – FW/Lowsec - PVP

Die Holy Cookies sind unsere liebsten Freiunde im Factionwarfare. Eigentlich sind es Caldaris … da wir selbst Gallente sind, sollte wir uns eigentlich hassen. Allerdings hält die Deutsche FW-Community (mit Ausnahme einer ehemaligen 0.0-Allianz) ganz gut zusammen und weiß sich gegenseitig zu schätzen und zu stützen. So kommt es, dass wir regelmäßig Ideen austauschen und auch öfters in gemeinsamen Flotte im 0.0 einfallen. Wenn es dann aber wieder in die Warzone geht, gibt’s wieder ordentlich auf die Mütze. Das ist eine Art der Koexistenz die nur funktioniert, wenn man weiß dass man sich auf einander verlassen kann und sich gegenseitig respektiert.
Deswegen freut es mich auch ganz besonders, das Cpt Cean meinen Ruf gefolgt ist und uns Einblick in das Innenleben der glorreichen Holy Cookies gewährt. Geschrieben wurde die Antwort allerdings aus Zeitgründen von Shell Seeker. Wenn ihr ihn seht, gebt ihm ein Bier aus … Denn der hat sich für euch echt mächtig in’s Zeug gelegt!


Holy Coolies Corp Struktur. Zur Verfügung gestellt von Shell Seeker (zum Vergrößern anklicken)
Holy Cookie ist eine anfängerfreundliche Corporation im Factional Warfare mit ca. 30 Mitgliedern die ihren Schwerpunkt stark auf PVP ausgerichtet hat. Damit hat Holy Cookie mehr mit einer Lowsec Piraten-Corporation gemein als mit den üblichen Faction Warfare-Gruppen die auch PvE im Fokus haben.

Daraus ergeben sich einige unterschiedliche Aspekte die zu organisieren sind:
- Management der Corp
- Strategische Ausrichtung der Corp
- Abstimmung mit den Hauptakteuren der Miliz
- Contentgenerierung für die Mitglieder

Das Management der Corp, wie etwa das Bezahlen der Rechnungen und der Überwachung der Konten, erfolgt durch die CEO ohne Rücksprache mit weiteren Personen. Sollte nichtalltägliches auftreten, so hält er Rücksprache mit weiteren Personen nach eigenem Ermessen. Reimburse wird zusammen mit dem Direktor ebenso abgewickelt wie die Verwaltung der Mitglieder (Das Recruitment).
Die strategische Ausrichtung wird innerhalb der Leitung besprochen, wobei der CEO das letzte Wort hat. Der Konsens des Leitungskreises wird dann zunächst in Slack bekannt gegeben. Die Teilnahme an Slack ist freiwillig, sodass dort die Member vertreten sind, die sich mehr einbringen möchten.
Sollte sich im Laufe der Diskussion dort abzeichnen dass eine Korrektur nötig ist, so wird diese umgesetzt. Danach ist die Ausrichtung beschlossen und der Rest der Corp wird ggf. per Corpmail informiert.

Die Abstimmung innerhalb der Miliz und mit weiteren Verbündeten erfolgt über verschiedene Kanäle über den gesamten Leitungskreis hinweg, wobei innerhalb der Führung in einem eigenen Bereich in Slack Rücksprache gehalten wird. Die grundsätzliche Ausrichtung der Corp in diplomatischen Fragen ist besprochen und fix, innerhalb der Grenzen bewegen sich die Mitglieder der Leitung frei. Bei tiefgreifenderen Fragen kann der aktive Kern in Slack zur Rate gezogen werden.
Vor Kriegserklärungen wird Rücksprache mit dem CEO gehalten. Holy Cookie hat eine sehr breite PVP-Kultur die von geführten Flotten für Anfänger über Blackops-Operationen bis hin zu Elite PVP-Gangs reichen. Diese Vielfalt an Aktivitäten verdankt Holy Cookie seiner dezentralen Organisation auf FC-Ebene.

Flottenaktionen werden in Fleet-Up geplant und werden in der Regel schon eine Woche oder mehr vor Beginn bekannt gegeben inklusive zugehöriger Doktrin. Der Zugriff auf Fleet-Up ist dabei nicht nur der Leitung vorbehalten, sondern jeder der es sich zutraut kann darüber Flotten organisieren. Das Ergebnis ist eine große Breite an verschiedenen Aktivitäten die langfristig motivieren und eine breite Entwicklung der PVP-Fähigkeiten.

Insgesamt haben wir also eine recht flache Hierarchie deren Zügel in der Hand des CEO zusammenlaufen. Dieser wird von zwei weiteren Mitgliedern unterstützt und der Teil der Corp der mitsprechen möchte, wird soweit möglich auch eingebunden.
Darin unterscheidet sich Holy Cookie von vielen Corps im Null, die darauf bedacht sind möglichst alle wichtigen Informationen geheim zu halten. Das liegt zum einen daran, dass Faction Warfare wesentlich entspannter und unkomplizierter als Nullsec sein kann, weil deutlich weniger auf dem Spiel steht. Zum anderen ist die Zugangsbeschränkung im Factional Warfare deutlich niedriger. Jeder kann beitreten, also kann jeder einen Spion unterbringen. Wir verfolgen die Philosophie, dass bei uns jeder willkommen ist, der zu uns passt. Solange er aktiv ist, ist es auch nicht wichtig wo seine Alts sind. Wir sind von uns überzeugt und glauben, dass wir als Gemeinschaft mehr von unseren Mitgliedern profitieren als wir durch Spionage verlieren könnten.

Shell hat sich die Zeit genommen und uns eine wunderbare Grafik zur Verfügung gestellt, die eigentlich schon fast alles sagt. Nun kenne ich aber einige Leute, die auf den ersten Blick laut Diktatur(!) schreien würden. Denen möchte ich aber folgendes zum Nachdenken mit auf den Weg geben:

  1. Die Cookies sind eine reine PVP-Organisation. Das Ziel all ihrer Spieler ist es anderen Spielern weh zu tun. Das Ziel ist nicht Politik!
  2. Historisch betrachtet hatten alle erfolgreichen offensiv operierenden Staaten nur einen Kopf. Ich möchte jetzt keine Liste erfolgreicher Despoten aus den dunklen Kapiteln der Menscheitsgeschichte aufzählen.  Aber nehmen wir z.B. die Amerikaner (als Präsidialrepublik). Immer, wenn die Amerikaner in den Krieg ziehen, vereinen sie sich politisch geschlossen hinter ihrem Präsidenten. Egal was das für ein Vogel ist. Damit operieren die Amerikaner in der Anfangsphase eines Krieges fast ohne innenpolitische Querelen und können sich voll auf das Ziel konzentrieren. Der Stress kommt erst dann auf, wenn sich die Politiker wieder von dieser „Geschlossenheit“ lösen.
  3. Wenn man die Cookies als militärische Einheit betrachtet und nicht als Staat, bleibt gar nichts anderes übrig als eine Pyramidenstruktur mit einer Person an der Spitze.

CPT Cean. CEO der Holy Cookies
Nun schauen wir uns das ganze etwas genauer an. Cpt Cean hat hier eindeutig etwas kapiert, dass viele andere CEOs nie verstehen werden. Ein König ohne Volk ist ein Niemand! Und da in EVE das Volk mit nur 2 Klicks den König wechseln kann, sollte man sein Volk gut bei Laune halten. Daher hat Cean einen Kompromiss zwischen der Einbindung seiner Spieler und der Handlungsfähigkeit der Corp  gesucht. Alles wird zunächst zwischen den drei Cheffs besprochen. Wenn dann eine Entscheidung gefällt wurde, werden noch alle gefragt dies es interessiert (Slack). Und wer bis dahin nix gesagt hat, der hat auch nix zu sagen. Da die Cookies komplett auf PVP ausgerichtet sind, wette ich dass solche Diskussionen sehr schnell durch sind. ;-)

Ich muss an dieser Stelle mutmaßen, denn das steht nirgends explizit: FCs werden sehr wahrscheinlich, sofern sie nicht Cpt Cean, Kelvin Adestur oder Shell Seeker heißen, auch erst in der  Slackdebatte eingebunden. Zumindest in der Theorie ...

Shell Seeker. Berater bei den Cookies
Dies könnte eine Schwachstelle sein, wenn die Corp auf Deployment gehen möchte. Größere Operationen bedürfen einiges an Vorplanung, um bei ihrer Ankündigung direkt alle kritischen Fragen im Keim zu ersticken. Bei PVP-Operationen bedeutet das, neben dem Einbinden von Logistikern vor allem das Einbinden von FCs. Die FCs stemmen am Ende den Bärenanteil und motivieren die Spieler auch mal für längere Zeit den Heimathafen zu verlassen. Da ist es hinderlich, wenn man sie nicht bereits zum Zeitpunkt der Ankündigung hinter sich hat.

Allerdings sind die Cookies auch keine 150 Spieler Corp und haben sicherlich nur 1-2 Main-FCs. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sie sich sklavisch an dieses System halten und sich dann nur selbst ausbremsen.


Und wie gehts jetzt weiter?
Ich werde mir als nächstes die Sonnenlegion vorknöpfen und wenn es in einen Beitrag passt auch die Lords of Entropy. Insbesondere die Antwort von kidrob ist ziemlich Umfangreich ausgefallen.
Allerdings wird auch der Beitrag etwas brauchen. Mein RL ist aktuell sehr aufdringlich.

Wir fassen also zusammen: Beide Corps fahren eine sehr ähnliche Pyramidenstruktur, die sich aber in Details unterscheidet. Beide System funktionieren garantiert sehr gut, haben aber ihre Schwächen. Jedoch kann man alle schwächen Umgehen, wenn man sich nur über sie im Klaren ist.
Ich bedanke mich noch einmal bei SMAX und Cean (Shell), dass sie uns diesen Einblick gewährt haben. Das ist keine Selbstverständlichkeit!

Mittwoch, 6. Juli 2016

Finanzbericht Juli | So geht es nicht weiter!

Nachdem sich das letzte Bloggerecho mit "wahrem" Reichtum in EVE beschäftigt hat habe ich mir einige Gedanken über die Messung meines Vermögens und das Format der Finanzberichte gemacht.
Planetary Interaction ist für mich auch nicht mehr der Gewinnbringer wie einst

Mai (01.05. bis 01.06) - 2.813.836.696 - auf 65.76 Mrd. ISK
Juni (01.06. bis 01.07) + 1.675.237.560 - auf 67,43 Mrd. ISK

Also die im Mai weiter gefallenen PLEX-Preise haben bei meinen 35 PLEXen deutlich eingeschlagen. In Kombination mit lediglich gelegentlichem Piew piew und kaum ISK verdienen, ist im Mai ein dickes Minus bei rumgekommen. Ich habe mich ehrlich gesagt daran gewöhnt, dass meine monatlichen Bilanz hauptsächlich von den Preisschwankungen meiner Assets und weniger von meinem eigentlichen Einkommen beeinflusst wird.

Seit Ende Mai liegen die PLEXpreise stabil um die 900 Mio. das Stück. Somit gibt es im Juni ein deutliches Plus auf dem Konto und dieses ist ein echtes, denn es lieget als ISK bei dem Charakter auf dem Konto, mit dem ich die Epic Arc Speedruns gemacht habe. Endlich mal ein nachvollziehbarer Monatsabschluss im positiven Bereich.

Wie messe ich mein Einkommen am besten?
Meine ursprüngliche Hoffnung war, mit jEveAssets abbilden zu können, was ich monatlich an ISK verdiene und aus welchen Quellen diese kommen. Was ich hauptsächlich gemessen habe war die Preisschwankung all meiner Assets, denn diese machten und machen immernoch den größten Teil (aktuell 73%) meines Besitzes aus. PLEXbunker und so. Regelmäßig wurden meine realen Einnahmen durch die Wertänderungen so stark überlagert, dass sie nicht nachvollziehbar sind.

Früher habe ich meine Einnahmen händisch ausgezeichnet und konnte so ziemlich gut abbilden, was ich denn so monatlich verdient hatte. Im Wurmloch war das alles noch recht einfach. Die Möglichkeiten dort ISK zu verdienen sind (zahlenmäßig) überschaubar. Nachteilig ist der enorme Aufwand, da man jede einzelne Site und jede Gaswolke irgendwie festhalten (bzw. den Loot getrennt lagern) muss. Da versprach jEveAssets bedeutend einfacher zu sein.

Konsequenzen ziehen
Um das darstellen zu können, was ich eigentlich möchte, nämlich mein monatliches Einkommen ohne Kursschwankungen oder dergleichen, werde ich in Zukunft wieder auf alt bewährtes zurückgreifen (müssen). Ich schaue mal ob sich die Einkünfte in meiner Factional Warfare-Phase irgendiwe rekonstruieren lassen.

Sonntag, 3. Juli 2016

[Bloggerecho #6] Das verdammte Sommerloch

Früher oder später fällt es jedem auf. Es gibt Zeiten in denen geht einfach nichts. In EVE spricht man vom legendären Sommerloch, in welchem Kapselpiloten lieber am Strand grillen als sich gegenseitig in die Luft zu jagen. Wie nehmt ihr das Sommerloch wahr und wie geht ihr damit um?
Einfach keiner da - Content ohne Spieler - das Sommerloch
Das Bloggerecho soll Posts, Videos und andere Beiträge der deutschen EVE Blogosphäre zu bestimmten Themen bündeln und es so Kapselpiloten ermöglichen zu den vorhandenen Themen einen umfassenderen und vielseitigeren Einblick zu erhalten.

Mehr Infos und das erste Thema findet ihr unter: Das Bloggerecho - alle bloggen zu einem Thema

Das fünfte Thema: [Bloggerecho #6] Das Sommerloch in EVE

Es gibt jeden Sommer eine Periode in welcher der Corpchat wie ausgestorben wirkt, Ship spinning vielen die einzige Beschäftigung und "Content" meist nur noch auf dem TS besprochen. Wie habt ihr bisher das Sommerloch in EVE überstanden? Lag eure Corp oder gar die ganze Allianz brach und alle warteten darauf, dass schlechtes Wetter endlich wieder die Piloten an den PC treibt?

Was macht ihr während des Sommerlochs? Grillen oder PvP? Sind eure Flotten seltener und kleiner als üblich? Dockt überhaupt noch jemand ab? Habt ihr spezielle Aktionen, um euer Corpleben auch im Sommer am Laufen zu halten oder ergebt ihr euch einfach der Lethargie?

Teilnehmer:
Kolkrabe - YC118.27 – Sommerloch und Langeweile
Giant Secure Container - [Bloggerecho #6] Sommerloch gefunden!
Der Bischof - Corpmanagement: Das drecks Sommerloch [...]
Gramek - [Bloggerecho #6] HildCo versinkt im Sommerloch